Zu Gast bei Pitti423: Auspuffbau und selbstgebauter Prüfstand - Ost Talks Simson Podcast Folge 21

Folge 21 – Zu Gast bei Pitti423

Nach dem Simson-Treffen in Seifersdorf bei Dresden sind wir im Osterzgebirge zu Gast bei Pitti, der eigentlich Peter heißt. Er baut Auspuffe, hat sich einen eigenen Prüfstand gebaut und ist erst seit Kurzem hauptberuflich selbstständig.

Das Treffen in Seifersdorf

Das dreitägige Treffen begann vor rund 13 Jahren mit drei, vier Mopeds auf einem Reitplatz. Freitag ist Anreise mit Camping und Party, samstags gibt es Prüfstand und Simson-Olympiade, sonntags das Crossrennen mit heute bis zu 3.000 bis 4.000 Besuchern. Termin ist immer das erste Septemberwochenende, seit ein Wochenende zu früh alles abgesoffen war.

Vom Konfirmationsmoped zum Auspuffbau

Mit 15 bekam Pitti sein Moped zur Konfirmation. Als gelernter Metallbauer entwickelte er in der Berufsschule zusammen mit seinem CAD-Lehrer seinen ersten berechneten Auspuff. Das erste Selbstbauexemplar entstand noch aus einem abgeschnittenen Original und Baumarkt-Blech. Die Berechnung lernte er aus YouTube-Videos, besonders das Video von Heiko von RCT war sein Startschuss. Der damals berechnete Auspuff sitzt bis heute an seinem Crossmoped.

So entsteht ein Sonderanfertigungs-Auspuff

Pitti scannt das Moped mit dem Handy in 3D, konstruiert den Auspuff im CAD, lässt die Abwicklung teils lasern und schweißt dann von Hand. Für Konstruktion und Bau rechnet er zehn bis zwölf Stunden. Beim Lasern sinkt der Preis pro Teil deutlich, wenn man mehrere Auspuffe gleichzeitig bestellt. Zur Auslegung erklärt er: Je länger der Auspuff und je flacher die Winkel, desto breiter das Drehzahlband, kurze und steile Auspuffe sind auf Drehzahl getrimmt.

Der selbstgebaute Prüfstand

Eine rund 380 Kilogramm schwere Rolle, ein alter Rotor eines großen Elektromotors, bekam er von einem Bekannten, der aus der Simson-Szene ausgestiegen war. Die Software kaufte er bei Luuz Racing für etwa 1.600 Euro. Gemessen wird über die Beschleunigung der Rolle, die Drehzahl kommt vom Zündkabel. Pitti misst konsequent nur Radleistung, weil sie widerspiegelt, was auf der Straße ankommt.

Auspuff-Shop und Pläne

Sein GP-Auspuff, der unter dem Fahrzeug entlangläuft, kostet 395 Euro. Bestellt wird per Vorbestellung, die Lieferzeit liegt bei etwa vier Wochen. Als Nächstes geplant sind normale und Cross-Verlegung sowie ein GP-Auspuff für den MTX. Zylinderbearbeitung und Streetwear will er später angehen. Der Name 423 Customs kommt von Dippoldiswalde: Die 4 steht für D, die 23 für W.

Die Abschlussfragen

Sein Traumfahrzeug wäre eine alte CR500 oder eine Yamaha Banshee, die er noch nie gefahren ist und für die er schon einen Quad-Prüfstand vorbereitet hat. Seine Botschaft: einfach machen, sich selbst vertrauen und Probleme als Herausforderung sehen.


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