Landvogt und Ben: Vom Schrotthaufen zur Bekanntheit - Ost Talks Simson Podcast Folge 17.2
Folge 17.2 – Finn (Ortskundiger Ossi) und Ben erzählen ihre Geschichte
Nachdem im ersten Teil unsere Gäste Finn (bekannt als „Ortskundiger Ossi“) und Ben uns interviewt haben, drehen wir in diesem zweiten Teil den Spieß wieder um und fragen die beiden nach ihrem eigenen Weg zur Simson und zum Content-Machen.
Finns Weg: Von der illegalen Teststrecke zum „Ortskundigen Ossi“
Finn erzählt, wie seine Moped-Leidenschaft schon in der Schulzeit begann, streng genommen nur auf abgesperrter Strecke und mit gedrosselten 45 km/h zum Üben, wie er selbst betont. Ein Klassenkamerad mit einem 125er-Viertakt-Supersportler wurde damals für seine Simson-Begeisterung belächelt, auch von Finn selbst, was er im Rückblick bereut. Später übernahm er die Werkstatt seiner Schwester und baute mit 16 Jahren sein erstes eigenes Moped auf. Über private Instagram-Stories, die bei Freunden gut ankamen, entstand nach und nach der Account „Ortskundiger Ossi“. Ein einzelnes Video erreichte früh rund 200.000 bis 300.000 Aufrufe. Anfang dieses Jahres begann Finn, gezielt einzelne Videos zu schneiden, und knackte kurz vor seinem 18. Geburtstag die 1.000-Follower-Marke, kurz darauf entstand über eine Gewinnspielaktion der Kontakt zu unserem Podcast.
Bens Weg: Vom Schrotthaufen zur bekannten Rostschwalbe
Ben berichtet, wie er mit 15 Jahren das aufgebaute Moped seines großen Bruders übernahm und zunächst nur privat Fotos machte. Der entscheidende Schritt war der Kauf eines Schwalbe-Schrotthaufens für 400 Euro über eBay, den er komplett neu aufbaute, bis auf die hintere Felge blieb nichts original. Nach ersten Versuchen mit pinkem Rahmen und M53-Motor begann das Tuning: ein 90er-Membran-Umbau, verstärktes Fahrwerk und ein individuell angefertigter Auspuff. Am 15. Mai 2025 postete Ben die fertig aufgetunte Schwalbe auf seinem privaten Account mit damals 800 Followern, der Post ging sofort durch die Decke. Genau ein Jahr später, am 15. Mai 2026, knackte er die 10.000-Follower-Marke.
Blechkleid und Tanks: Bens zweites Standbein
Neben der Schwalbe ist Ben auch für sein charakteristisches Rost-Blechkleid bekannt, entstanden durch gezieltes Verbrennen und siebenjähriges Verwittern im Garten. Sein zweites großes Thema sind handgemalte Custom-Tanks. Aufgewachsen mit Eltern, die seit Jahrzehnten professionell Graffiti machen, probierte er sich selbst am Tank-Design, nachdem viele andere in der Szene daran gescheitert waren. Das allererste Video dazu, spontan und ohne große Vorbereitung in der alten Garage gedreht, erreichte trotz einfachster Umstände zehntausende Likes und markierte den Startpunkt für sein heutiges Handwerk.
Content ohne teures Equipment
Ein zentrales Thema ist die Botschaft an junge Creator: Beide betonen, dass es kein teures Equipment braucht, Finn startete mit iPhone X und einer GoPro Hero 6, Ben nutzt aktuell ein iPhone 15. Wichtiger sei, einfach anzufangen, sich nicht von der Meinung anderer bremsen zu lassen und dranzubleiben, auch wenn frühe Videos noch wenig Reichweite bringen.
Bekanntheit: Person versus Moped
Interessant ist die Beobachtung, dass Bens Bekanntheit vor allem über die Schwalbe selbst läuft, während Finn stärker über seine Person und seine Halbschale erkannt wird.
Die Abschlussfragen
Als einziges Moped fürs Leben würde Finn sein aktuelles Projekt mit 85er-Membran wählen, ergänzt um gepolsterte Sitzbank, Anhängerkupplung, Seitengepäck und aus Sicherheitsgründen Scheibenbremsen vorne und hinten, trotz seiner sonstigen Vorliebe für Trommelbremsen. Ben entscheidet sich für seine eigene Schwalbe mit dem 90er-Membran-Motor, die auch bei 120 km/h stabil auf der Strecke bleibt. Zum Abschluss richten beide Worte an die Community: Finn ruft dazu auf, den eigenen Weg zu gehen, ohne auf reine Reichweite und Fame aus zu sein, Ben ermutigt dazu, sich auf sich selbst zu konzentrieren, statt anderen Steine in den Weg zu legen.
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