Zu Gast bei Ciao Marco und seinem Kult-Moped - Ost Talks Simson Podcast Folge 16
Folge 16 – Zu Gast bei Ciao Marco
In dieser Folge Ost Talks sind wir in Thüringen zu Gast bei Marco, in der Szene bekannt als „Ciao Marco“. Sein aufwendig gebautes Show-Moped kennt inzwischen fast jeder in der Simson-Szene, die Person dahinter aber deutlich weniger. Genau das wollen wir in diesem Gespräch ändern.
Vom Auto-Tuning zur Simson
Marco kommt ursprünglich aus der Autoszene, wo er unter anderem einen Fiat Bravo intensiv umgebaut hat und aufwendige Kofferraum-Musikanlagen mit GFK baute. Sein Einstieg in die Simson-Welt kam eher zufällig: 2023 rief sein Vater an, weil jemand die alte Kindheits-Simson für 100 Euro loswerden wollte. Statt sie zu verkaufen, holte Marco die schwarze S50, die er als Kind schon auf einen 70er-Motor umgebaut hatte, zu sich und stellte sie neben seine Superduke, fasziniert davon, wie gut das kleine Moped daneben aussah.
Der Aufstieg 2024: Goldene Felgen und erste große Bühnen
Innerhalb kurzer Zeit baute Marco die schwarze Simson mit goldenen Felgen und Scheibenbremse auf und wurde in der Szene schnell bekannt. Er nahm direkt Kontakt zu anderen Bauern auf, etwa zu Schulle, dessen Felgen ihn inspirierten, und brachte sich das Felgenzentrieren über YouTube selbst bei, die ersten Versuche dauerten fünf bis sechs Stunden. Über Tobi von Lausitz Carbon, damals noch mit rund 100 bis 150 Followern, entstand gemeinsam ein ausgefranstes Carbon-Tankdesign mit Chrom-Optik. Es folgten Auftritte bei PSD und der Essen Motorshow, für Marco einer der Höhepunkte des Jahres.
Das TÜV-Projekt und die Freundschaft mit Tony Möckel
Parallel entstand mit CT Tuning ein straßenzulassungsfähiges TÜV-Projekt, das in Suhl den ersten Platz belegte. Im Geheimen plante Marco zudem ein Projekt mit Tony Möckel, bekannt durch sein grünes „Holy Bastard“-Monster-Moped auf Basis eines Sachsenmoped-Rahmens. Die beiden lernten sich beim Simson-Treffen in Suhl kennen und wurden enge Freunde, die gemeinsam zu Treffen fuhren und sich gegenseitig unterstützten.
Ein schwerer Verlust und die Custom Bike Show 2025
Tony verstarb bei einem Unfall, eine Nachricht, die Marco mitten auf einer Baustelle erreichte und ihn zunächst die Motivation am gemeinsamen Bike-Projekt verlieren ließ. Erst rund einen Monat vor der Custom Bike Show 2025 setzte Marco alle Hebel in Bewegung: Er kontaktierte Tobi, CT Tuning, Ostblechpolster für die Sitzbank und Patrick Manufaktur für den Auspuff, der Auspuff entstand innerhalb von drei Wochen. Das Moped wurde erst drei Tage vor der Show fertig zusammengebaut und lief zur Show noch ohne Blinker oder Lack, nur mit laufendem Motor. Marco durfte anschließend fünf Minuten auf der Bühne der Custom Bike Show über die Geschichte hinter dem Projekt sprechen.
Teamwork als Erfolgsprinzip
Bei der Motorradmesse Erfurt stellte Marco das Bike neben 35 weiteren Mopeds und bekannten Namen wie BU Design aus, mittlerweile ein fester jährlicher Programmpunkt. Er betont, wie viele Menschen zum Projekt beigetragen haben: Steffen baute die verlängerte Schwinge, Kai von Poly Construction den sogenannten Herzkasten, die Naendorfer Präzision einen Seitendeckel mit Wellenstruktur. Für Marco ist dabei besonders wichtig, dass jedes gebaute Moped auch tatsächlich fährt und funktioniert, nicht nur gut aussieht.
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