Zu Gast bei Jason Riedel: Das Ferrari-Simson-Projekt - Ost Talks Simson Podcast Folge 20.1
Folge 20.1 – Zu Gast bei Jason Riedel (Fueltrottel) von StayTuned Wear
In dieser Folge Ost Talks sind wir zu Gast bei Jason Riedel, vielen bekannt unter dem Namen Fueltrottel, mittlerweile aber zunehmend auch einfach als Jason angesprochen.
Vom Spitznamen zur eigenen Marke
Den Namen erklärt Jason selbst: Aus seiner tollpatschigen Art entstand schon vor seiner Social-Media-Zeit der Spitzname „Trottel“, kombiniert mit „Fuel Throttle“ als Anspielung aufs Vollgasfahren wurde daraus schließlich Fueltrottel. Mit 22 Jahren wird er im Gespräch, wie auch wir selbst, regelmäßig deutlich jünger geschätzt, eine Anekdote über eine Ausweiskontrolle beim Bierkauf inklusive.
Der Einstieg: von Anfang an nie ganz legal
Jason erzählt, wie seine Mopedleidenschaft kurz vor seinem 15. Geburtstag begann und von Beginn an nie ganz legal war, das erste Moped hatte bereits 60 ccm, wurde von der Polizei beschlagnahmt, woraufhin er sich prompt das nächste, ebenso illegale Moped zulegte.
Social Media: von anonymen Mopedfotos zum eigenen Gesicht
Vor sechs Jahren startete Jason seinen Account, zunächst rein mopedbezogen und über vier Jahre lang ohne sein Gesicht zu zeigen, bis er damals fünf- bis sechstausend Follower erreichte. Der Durchbruch kam eher zufällig: Ein eigentlich nur für die Story gedachtes Video, in dem er über eine von Martin (Thermotech) geschickte Bremsscheibe sprach, wurde stattdessen als regulärer Beitrag hochgeladen und ging deutlich besser als das übliche stille „Moped Porn“ davor. Seitdem, inzwischen seit etwa zwei Jahren, setzt er konsequent auf Gesicht, eigene Arbeiten am Moped und unterhaltsame Präsentation, mittlerweile mit rund 40.000 Followern über beide Plattformen.
Warum YouTube in den Hintergrund rückte
Große YouTube-Projekte kosten enormen Zeitaufwand, teils acht Stunden Schnitt für ein einzelnes Video, ohne dass sich der Aufwand im Verhältnis zu den Aufrufen wirklich lohnt. Auch das inzwischen bekannte Ferrari-Simson-Projekt entstand bewusst ohne begleitende YouTube-Reihe, was die Bauzeit nach eigener Einschätzung erheblich verkürzte.
Das Ferrari-Simson-Projekt und die Partnerschaft mit Simon
Das vierte Moped in Jasons Besitz, neben zwei S51 und einer Schwalbe, entstand gemeinsam mit seinem Kindheitsfreund Simon, der mittlerweile ein eigenes kleines Unternehmen für Mopedreparaturen betreibt und rund 70 bis 75 Prozent der technischen Arbeit übernimmt. Jason macht in seinen Videos transparent, dass er das Projekt nicht allein umsetzt, und betont die für beide Seiten gewinnbringende Zusammenarbeit.
Technikerausbildung, Leistungsgewicht und ein spontaner Motorkauf
Ursprünglich sollte das Projekt als Abschlussarbeit für Jasons zweijährige Vollzeit-Weiterbildung zum Maschinenbautechniker dienen, abgeschlossen wenige Monate vor der Aufnahme, vergleichbar mit einem Bachelorabschluss. Aus einem ursprünglich als schlichtes drittes TÜV-Moped geplanten Projekt entwickelte sich nach und nach die Idee, das Leistungsgewicht eines Ferrari F430 zu erreichen. Bei rund 85 Kilogramm Mopedgewicht bedeutete das etwa 30 PS Zielleistung. Nach ein paar Bier mit Simon wurde spontan noch am selben Abend ein kompletter MTX-Motor samt Zubehör für mehrere tausend Euro bestellt, ganz ohne festes Konzept.
Die TÜV-Zulassung auf 130 Kubik
Durch wachsende Reichweite kam der Kontakt zu John zustande, der Jason erklärte, dass eine TÜV-Zulassung auf 130 Kubik theoretisch möglich sei, und ihm die nötigen technischen Eckdaten nannte. So wurde aus dem ursprünglichen Show-Projekt am Ende doch ein straßenzugelassenes Moped, nach Jasons Einschätzung existieren deutschlandweit nur eine Handvoll vergleichbar zugelassener Mopeds in dieser Leistungsklasse.
Virale Schulpräsentation
Die Vorstellung des fertigen Projekts im Rahmen seiner Techniker-Abschlussarbeit sorgte für Aufsehen: Das Moped wurde bis in den dritten Stock der Schule getragen und im Schulhof gestartet, ein daraus entstandenes TikTok-Video ging viral.
Vom Hobby zum Vollzeit-Beruf
Erst seit ein bis zwei Monaten lebt Jason tatsächlich hauptberuflich von seinem Content, unter anderem über eine feste Zusammenarbeit mit der Ostoase, für die er wöchentlich Videos dreht und gemeinsam Strategien entwickelt. Offen spricht er über die Kehrseite: Trotz erfüllenden Berufs gibt es keinen klassischen Feierabend, Ideen kommen jederzeit, weshalb er inzwischen mit Vorabend-To-do-Listen arbeitet, um Struktur in seinen Alltag zu bringen.
Durchhalten, Rückschläge und der eigene Wiedererkennungswert
Zum Abschluss dieses ersten Teils spricht Jason über die psychologische Seite der Selbstständigkeit, Phasen mit schwächeren Zahlen erzeugen schnell Existenzsorgen, seine abgeschlossene Technikerausbildung dient ihm dabei als Sicherheitsnetz. Sein zentraler Rat an alle, die im Content-Bereich starten wollen: konsequent dranbleiben und vor allem einen unverwechselbaren eigenen Stil entwickeln, denn austauschbarer Content führt langfristig nicht zum Erfolg.
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