Zu Gast bei Simsonzone: Der Werdegang von Mario - Ost Talks Simson Podcast Folge 14.1
Folge 14.1 – Zu Gast bei Mario von Simsonzone
In dieser Folge Ost Talks sind wir in der Nähe von Weimar zu Gast bei Mario, bekannt als Simson Zone. Mario betreibt eine kleine Werkstatt mit Teilevertrieb im thüringischen Edersberg und betont gleich zu Beginn, dass hinter allem, was er heute macht, nie ein großer Plan stand, sondern alles organisch gewachsen ist.
Die Schwalbe zum Hochzeitstag
Mario erzählt, wie er sich 2014 zum ersten Hochzeitstag spontan eine Schwalbe für 500 Euro in Eisenach kaufte, motiviert durch Besuche bei seinem Bruder, der bereits eine besaß. Das Moped lief zwar, sah aber ziemlich mitgenommen aus. Aus dem Lösen der ersten Schraube wurde nach und nach ein kompletter Neuaufbau, als ihm das alte Blechkleid nicht mehr gefiel, und genau in diesem Moment entdeckte Mario seine Leidenschaft fürs Schrauben. Als Jugendlicher hatte er dagegen nie Berührung mit Mopeds, weder er noch seine Eltern hatten damals das Geld dafür, stattdessen sparte er lieber auf den Autoführerschein.
Vom Zufall zum Namen Simson Zone
Besonders unterhaltsam ist die Geschichte hinter dem Markennamen: Der Begriff „Zone“ schwirrte Mario im Kopf herum, als Anspielung auf „Ossi-Zone“, woraus schließlich unter der Dusche der Name Simson Zone entstand, schon bevor er auf Social Media aktiv wurde. Den eigentlichen Startschuss lieferte eine Kooperation mit Tamasch von Sachsenmoped, der damals frisch mit gefertigten Speichenrädern begann, Mario montierte dazu passende Reifen und vermarktete die fertigen Räder über Facebook-Anzeigen, zunächst noch ganz ohne eigenen Shop. Das war rund 2016/17, zunächst kaum bemerkt, bis daraus über Facebook, später Instagram und vereinzelt YouTube und TikTok eine feste Größe wurde.
Vom Räderverkauf zur festen Anlaufstelle fürs Schrauben
Als der Wettbewerb im Räderbereich zunahm, zog sich Mario aus diesem Geschäft zurück und konzentrierte sich stärker aufs Schrauben. Es folgten mehrfache Umbauten der eigenen Schwalbe, ein S50-Projekt für seine Frau mit zunächst unbemerkt verzogenem Rahmen, der erst Jahre später komplett erneuert wurde, und irgendwann ein Star. Durch sein wachsendes Netzwerk auf Treffen und Teilemärkten wurde Mario nach und nach zur festen Anlaufstelle im Ort, komplette Neuaufbauten vom Typenschild an, später auch TÜV-Projekte und eigene Motorenentwicklung inklusive.
Mit 40 den großen Motorradführerschein
Ein persönlicher Meilenstein: Zu seinem 40. Geburtstag, vor vier Jahren, machte sich Mario den großen A-Führerschein, weil es sich für ihn zunehmend falsch anfühlte, selbst gebaute Leistungsmotoren illegal zu fahren, während er anderen beim legalen Aufbau half. Heute nutzt er unter anderem die B196-Erweiterung, um legal mit mehr Leistung unterwegs zu sein.
Der Onlineshop als Nebensache
Offen spricht Mario über seinen Onlineshop Top Moped, den er kaum noch aktiv bewirbt. Viel lieber verkauft er Teile persönlich auf Treffen vom kleinen Bauchladen aus, weil sich Simson-Kumpel und Geschäftsmann aus seiner Erfahrung schlecht miteinander vereinbaren lassen. Als MZA-Händler holen viele Kunden ihre Teile direkt bei ihm ab.
Vom Hobby zur tiefen Leidenschaft
Mario beschreibt sein Schrauben inzwischen weniger als Hobby, sondern als tiefe Leidenschaft, bei der ihm auch abends im Bett noch einfällt, was er als Nächstes bestellen muss. Beim Motorenbau verlässt er sich stark auf Erfahrung, Gehör und Gefühl, betont aber ausdrücklich, dass ohne sein Netzwerk, etwa für Prüfstandsmessungen, Pulverbeschichtung oder Polsterarbeiten, nichts von alledem möglich wäre.
Leave a comment